Margareteninsel
- Park & Natur
- Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet
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Geschichte
Die Insel trägt den Namen von Prinzessin Margarethe, Tochter von König Béla IV., die im Schatten des Mongolensturms von 1241-42 geboren wurde. Béla soll während dieser Krise ein feierliches Gelübde abgelegt haben: Sollte Ungarn überleben, würde er seine eigene Tochter dem geistlichen Leben widmen. Ungarn überlebte, und Margarethe wurde im Alter von neun Jahren in ein Dominikanerinnenkloster geschickt, das Béla eigens für sie auf der damals Kaninchen-Insel genannten Insel errichten ließ, einem königlichen Jagdrevier mitten in der Donau.
Margarethe legte als Teenager ihre Gelübde ab und verbrachte dort den Rest ihres kurzen Lebens; sie soll mindestens einen königlichen Heiratsantrag abgelehnt haben — sogar einen, den ihr eigener Vater für sie mit dem König von Böhmen zu arrangieren versuchte —, um ihren Gelübden treu zu bleiben. Sie starb 1270 im Alter von 28 Jahren, wurde danach über Jahrhunderte lokal verehrt und 1943 offiziell von der katholischen Kirche heiliggesprochen. Die Insel trägt seither ihren Namen, auch wenn es bis 1908 dauerte, bis sie zu dem öffentlichen Park wurde, der sie heute ist.
Das mittelalterliche Kloster
Die Ruinen des Klosters stehen noch immer in der nördlichen Hälfte der Insel, darunter eine rote Marmorplatte, umgeben von einem schmiedeeisernen Gitter, die den Ort markiert, an dem Margarethe in der Klosterkirche bestattet wurde. Obwohl ihr durch ihre königliche Geburt ein bequemes Leben offengestanden hätte, soll sie darauf bestanden haben, die schwersten Aufgaben des Klosters selbst zu übernehmen — darunter das Schrubben von Böden und Abwaschen —, statt die Privilegien zu beanspruchen, die ihr Rang ihr hätte einbringen können.
Das Dominikanerinnenkloster war nicht das einzige geistliche Haus auf der Insel: In der Nähe standen einst auch ein franziskanisches Priorat aus dem 13. Jahrhundert und eine Prämonstratenserkapelle, die dem Heiligen Michael geweiht war — in deren Glockenturm soll die älteste erhaltene Glocke Ungarns hängen. All diese mittelalterlichen Gebäude wurden während der Türkenkriege des 16. Jahrhunderts zerstört und lagen jahrhundertelang in Trümmern, erst im 19. und 20. Jahrhundert ausgegraben und teilweise restauriert — ein stiller, feierlicher Gegenpol zu den Joggern und Radfahrern, die heute nur wenige Meter entfernt vorbeiziehen.
Wusstest du schon?
Lange bevor sie ein Park wurde, war die Insel als Nyulak szigete bekannt, "Kaninchen-Insel" — ein königliches Jagdrevier, in dem mittelalterliche Könige jagten. Deshalb hält der kleine Zoo der Insel heute auch Arten, die dort in jener Zeit vorgekommen wären, statt einer Sammlung exotischer Tiere.
Das andere große Wahrzeichen der Margareteninsel ist ganz weltlich: ein 1911 errichteter, achteckiger Wasserturm, 57 Meter hoch, mitten auf der Insel gelegen und noch immer ein geschütztes Industriedenkmal, heute für Ausstellungen und eine Aussichtsgalerie nahe der Spitze geöffnet. Von Mai bis Oktober macht ihm der Musikbrunnen nahe der Südspitze der Insel Konkurrenz um die Aufmerksamkeit: Er bietet stündlich, den ganzen Tag über, eine kostenlose, choreografierte Wasser-, Licht- und Musikshow.
Gut zu wissen
Die Margareteninsel ist autofrei — eine einzige Buslinie, die 26, ist der einzige motorisierte Verkehr, der sie queren darf, mit einer Route vom Bahnhof Nyugati über die Insel bis zur Árpád-Brücke. Die meisten Besucher kommen zu Fuß über die Straßenbahnlinien 4 oder 6, die direkt auf der Margaretenbrücke am südlichen Eingang der Insel halten, oder mit eben jenem Bus 26; auf der Insel selbst bewegt man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem mietbaren vierrädrigen Tretmobil namens Bringóhintó fort.
Der flache, 5,3 Kilometer lange Rundweg der Insel gehört zu Budapests beliebtesten Lauf- und Radstrecken, und die schattigen Gärten bieten eine einfache Flucht vor der Sommerhitze der Innenstadt. Wer lieber schwimmen als spazieren möchte: Sowohl das Freibad Palatinus als auch die Schwimmanlage Alfréd Hajós liegen auf der Insel und sind für Tagesgäste geöffnet.