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Ungarische Staatsoper

  • Theater & Opernhaus
  • Architektur- & Design-Ikone
  • 4.7
  • Preis: 3 500 Ft - 5 500 Ft
  • Öffnungszeiten: Führungen täglich 11:15 und 15:00 Uhr; Kasse 10:00 - 19:00 Uhr
Wegbeschreibung
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Geschichte

Als Kaiser Franz Joseph I. sich in den 1870er-Jahren bereit erklärte, ein neues Opernhaus für Budapest mitzufinanzieren, knüpfte er eine Bedingung daran: Es durfte die Wiener Oper an Größe nicht übertreffen. Architekt Miklós Ybl nahm diese Vorgabe als Herausforderung an und entwarf ein kleineres Gebäude, dessen zurückhaltende neorenaissancistische Fassade kaum erahnen lässt, welche Pracht im Inneren wartet. Der Bau begann 1875, und das Haus wurde am 27. September 1884 eröffnet, mit dem Komponisten Ferenc Erkel — dem Verfasser der ungarischen Nationalhymne — als erstem Musikdirektor.

Der berühmteste Leiter der frühen Jahre kam wenige Jahre später: 1888 übernahm der 28-jährige Gustav Mahler die Leitung und verbrachte drei intensive Jahre damit, das Repertoire zu erneuern und die künstlerischen Standards anzuheben, bevor er 1891 zurücktrat, nachdem er mit einem neu ernannten, konservativeren Intendanten aneinandergeraten war. Er ging weiter nach Hamburg und bald darauf nach Wien — doch Budapest behielt den Ruf für künstlerischen Anspruch, den er mitgeprägt hatte.

Für die Bühne gebaut

Ybl entwarf nicht nur ein beeindruckendes Gebäude — er baute eine Bühne, die damals wie keine andere in Europa funktionierte. Sie ersetzte die andernorts noch übliche hölzerne Bühnenmaschinerie aus der Barockzeit durch ein hydraulisch angetriebenes Metallsystem, das einzelne Abschnitte des Bodens unabhängig voneinander heben, senken und drehen ließ, und das Gebäude erhielt einen frühen eisernen Sicherheitsvorhang — eine Brandschutzmaßnahme, die damals nur wenige Theater besaßen. Die Vorsichtsmaßnahmen zahlten sich aus: Als im Zweiten Weltkrieg eine Bombe durch das Dach schlug, blieb sie unexplodiert auf der Bühne liegen, und das Gebäude entging den schweren Schäden, die einen Großteil der umliegenden Stadt trafen.

Der hufeisenförmige Zuschauerraum, der gut 1.200 Personen unter einem Kronleuchter fasst, der einst 500 Gaslampen trug, zählt bis heute zu den akustisch besten Europas. Statuen von Ferenc Erkel und Franz Liszt, geschaffen vom Bildhauer Alajos Stróbl, flankieren den Haupteingang, während eine Reihe von sechzehn Komponisten, von Mozart bis Verdi, vom Gesims oberhalb der Loggia herabblickt.

Wusstest du schon?

Wer im Zuschauerraum nach oben blickt, entdeckt die Apotheose der Musik, ein neun Meter großes Deckenfresko von Károly Lotz, das Apollo zeigt, wie er für eine Versammlung griechischer Götter und Musen musiziert — rund um den Kronleuchter gemalt, sodass die gesamte Komposition regelrecht vom Licht selbst auszustrahlen scheint.

Auch für seine Zeit war das Gebäude bemerkenswert fortschrittlich: Schon am Eröffnungstag verfügte es über eine Fußbodenheizung und eine frühe Form der Klimatisierung, bei der die Luft über Eisblöcke geleitet und dadurch gekühlt wurde — Jahrzehnte, bevor mechanische Kühlung anderswo üblich wurde. Der örtlichen Überlieferung nach war Kaiserin Elisabeth („Sisi") vom fertigen Opernhaus begeistert, während Franz Joseph angeblich weniger erfreut war, dass es letztlich schöner geworden war als das Wiener Pendant.

Gut zu wissen

Geführte Touren finden täglich um 11:15 und 15:00 Uhr statt, auch an Tagen ohne Abendvorstellung, und enden gelegentlich mit einer kurzen live gesungenen Arie im Zuschauerraum — ein schöner Bonus, aber keine Garantie. Die Kasse ist von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, und in der Hochsaison lohnt es sich, eine Tour oder ein Vorstellungsticket vorab online zu buchen.

Eine sorgfältige Renovierung, die 2022 nach fünf Jahren Bauzeit abgeschlossen wurde, brachte Blattgold, Seidenpolsterung und Deckenfresken zu ihrem ursprünglichen Glanz zurück. Das Opernhaus liegt an der Andrássy-Allee, einem UNESCO-Weltkulturerbe, direkt über der Station Opera der U-Bahn-Linie M1 — ihrerseits die älteste U-Bahn Kontinentaleuropas, eröffnet 1896. Für eine Führung reicht gepflegte Freizeitkleidung; für Abendvorstellungen kleiden sich viele Besucher etwas formeller, zwingend vorgeschrieben ist das aber nicht.