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Heldenplatz

  • Platz & Allee
  • 4.6
  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet
Wegbeschreibung
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Geschichte

Der Heldenplatz und das Millenniumsdenkmal in seiner Mitte wurden für die ungarischen Feiern von 1896 geplant, die tausend Jahre seit der Ansiedlung der Magyarenstämme im Karpatenbecken markierten, entworfen vom Architekten Albert Schickedanz mit dem Bildhauer György Zala — wobei das Denkmal selbst erst Jahre nach dem Jubiläum fertiggestellt wurde, das es feiern sollte. In der Mitte des Platzes erhebt sich eine 36 Meter hohe Säule, gekrönt von einem bronzenen Erzengel Gabriel, der in einer Hand die Stephanskrone und in der anderen das apostolische Doppelkreuz hält — ein Verweis auf die Legende, wonach Gabriel Stephan I., Ungarns erstem christlichen König, im Traum erschien und ihm die Krone anbot, die das Königreich begründen sollte.

Am Fuß der Säule blicken Reiterstatuen Árpáds und der sechs weiteren Magyarenstämme, die jene Ansiedlung im 9. Jahrhundert anführten, über den Platz hinaus, während sich zu beiden Seiten geschwungene Kolonnaden erstrecken, jede gesäumt von Statuen ungarischer Könige und Staatsmänner. Diese Besetzung hat sich mehr als einmal geändert: Zu den ursprünglich vierzehn Figuren gehörten mehrere Habsburger Kaiser, doch nach dem Ersten Weltkrieg — und erneut nach dem Zweiten — wurden sie nach und nach abgenommen und durch Figuren der ungarischen Nationalgeschichte ersetzt, da ein Denkmal, das die ungarische Staatlichkeit feiern sollte, ein seltsames Schaufenster für eine Dynastie abgab, die so oft über Ungarn statt für Ungarn geherrscht hatte.

Wusstest du schon?

Am 16. Juni 1989 füllten rund 250.000 Menschen den Platz für die feierliche Wiederbestattung von Imre Nagy, dem reformorientierten Ministerpräsidenten, der 1958 hingerichtet worden war, weil er 1956 den ungarischen Aufstand gegen die sowjetische Herrschaft angeführt hatte. Live übertragen und von einer riesigen Menge verfolgt, gilt diese Beerdigung als einer der Wendepunkte, die das Land noch im selben Jahr auf den Weg aus dem Kommunismus brachten.

Der Platz liegt direkt über Hősök tere, der Endstation der Metrolinie M1, die 1896 im Rahmen derselben Millenniumsfeiern eröffnet wurde, die auch das Denkmal darüber hervorbrachten — womit sie die älteste U-Bahn-Linie auf dem europäischen Festland ist. Sowohl die Linie als auch der Platz gehören heute zum selben UNESCO-Welterbe, das auch die Andrássy-Allee und die Donauufer umfasst.

Gut zu wissen

Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet und der Eintritt frei. Am Fuß der Säule markieren das Grab des Unbekannten Soldaten und seine ewige Flamme ihn als lebendigen Gedenkort — Ungarn legen hier an Nationalfeiertagen noch immer Kränze nieder, weshalb auch inmitten der Touristengruppen ein wenig stiller Respekt angebracht ist.

Der Heldenplatz öffnet sich direkt zum Stadtwäldchen (Városliget), sodass sich ein Besuch der Vajdahunyad-Burg und des Széchenyi-Bads leicht mit demselben Ausflug verbinden lässt, während das Museum der Bildenden Künste und die Kunsthalle (Műcsarnok) den Platz flankieren, falls ein Galerie-Stopp dazukommen soll. Der späte Nachmittag bietet das beste Licht, um Säule und Kolonnaden zu fotografieren.