Kettenbrücke
- Brücke
- Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet
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Geschichte
Vor 1849 bedeutete das Überqueren der Donau zwischen Buda und Pest im Sommer eine Fähre, im strengen Winter einen Fußweg über das Eis — und in der Zeit dazwischen, wenn der Fluss voller Treibeis, aber noch nicht sicher zugefroren war, gar nichts. Graf István Széchenyi erlebte diese Lücke am eigenen Leib: Als sein Vater im Sterben lag, konnte er wegen des zugefrorenen Flusses nicht rechtzeitig nach Wien gelangen und beschloss daraufhin, eine dauerhafte Brücke zu finanzieren, die die beiden Stadthälften in jeder Jahreszeit verbinden sollte.
Der englische Ingenieur William Tierney Clark entwarf die Hängebrücke und griff dabei auf Ideen seiner eigenen Marlow Bridge über die Themse zurück, während der schottische Ingenieur Adam Clark — nicht verwandt — ein Jahrzehnt Bauarbeiten vor Ort leitete. Die Brücke wurde am 20. November 1849 eröffnet, ihre 202 Meter lange Mittelspannweite gehörte damals zu den längsten jeder Hängebrücke weltweit — eine seltene gute Nachricht in einem Jahr, das noch von der niedergeschlagenen ungarischen Freiheitsbewegung gezeichnet war.
Wusstest du schon?
Die vier steinernen Löwen, die jedes Ende der Brücke bewachen, geschaffen vom Bildhauer János Marschalkó und 1852 aufgestellt, stehen im Zentrum von Budapests hartnäckigster Stadtlegende: Der Bildhauer habe vergessen, ihnen Zungen zu geben, und sich vor Scham in die Donau gestürzt. Beides stimmt nicht — jeder Löwe hat eine Zunge, sie ist vom Boden aus nur nicht sichtbar —, doch die Geschichte überlebt seit anderthalb Jahrhunderten Besucher, die den Hals recken, um selbst nachzusehen.
Zurückweichende deutsche Truppen zerstörten im Januar 1945 jede Brücke über die Donau in Budapest, die Kettenbrücke eingeschlossen. Sie wurde wiederaufgebaut und am 20. November 1949 wiedereröffnet — auf den Tag genau hundert Jahre nach ihrer ursprünglichen Einweihung.
Gut zu wissen
Die Brücke ist kostenlos, fußgängerfreundlich und rund um die Uhr geöffnet und verbindet den Roosevelt-Platz auf der Pester Seite — nahe dem Gresham-Palast und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften — mit dem Clark-Ádám-Platz auf der Budaer Seite, wo auch der von Adam Clark erbaute Tunnel direkt durch den Burgberg führt.
Sie ist die einfachste Verbindung zwischen den beiden Stadthälften, und die Standseilbahn zur Burg beginnt nur wenige Schritte vom westlichen Ende entfernt. Am fotogensten ist die Brücke nach Einbruch der Dunkelheit, wenn ihre Kabel beleuchtet sind und sich in der Donau spiegeln — am besten vom Ufer aus zu bewundern statt von der Brücke selbst.