Burg von Buda
- Historischer Palast
- Preis: 0 Ft - 4 500 Ft
- Öffnungszeiten: Gelände 24 Std. geöffnet; Ungarische Nationalgalerie 10:00 - 18:00 Uhr (Mo geschlossen)
Geschichte
Auf dem Burgberg steht seit dem 13. Jahrhundert eine königliche Festung, als König Béla IV. hier nach dem Mongolensturm von 1241-42 die erste Anlage errichtete — er wählte den steilen Hügel bewusst, weil er so schwer einzunehmen war. Spätere Könige bauten sie zu einer echten Residenz aus: Sigismund und vor allem Matthias Corvinus machten sie im 15. Jahrhundert zu einem der großen Renaissancehöfe Mitteleuropas. Diese erste Blütezeit endete 1541, als die Osmanen Buda eroberten und die Burg fast anderthalb Jahrhunderte lang eher als Garnison denn als Palast nutzten.
Als ein christliches Heer den Hügel in der Belagerung von 1686 zurückeroberte, die die osmanische Herrschaft beendete, war der Palast nur noch eine ausgebrannte Ruine. Die Habsburger bauten ihn in den folgenden zwei Jahrhunderten im Barockstil wieder auf — bis die Belagerung von Budapest im Winter 1944/45 ihn erneut in Schutt und Asche legte: als eine der letzten deutschen Stellungen in der Stadt wurde er wochenlang beschossen, bevor sowjetische Truppen ihn im Februar 1945 einnahmen. Ungarn baute den Palast nach dem Krieg noch einmal wieder auf, wobei viele der ursprünglichen Zierdetails vereinfacht wurden; ein langjähriges Restaurierungsprojekt, das Hauszmann-Programm, gewinnt seither Verlorenes zurück — darunter der 2025 wiedereröffnete, originalgetreu rekonstruierte Stephanssaal.
Wahrzeichen im Burghof
Zum Donauufer hin liegt der Matthiasbrunnen, eine der meistfotografierten Ecken des Komplexes — eine neobarocke Figurengruppe des Bildhauers Alajos Stróbl, die König Matthias Corvinus mit seiner Jagdgesellschaft zeigt, inspiriert von einer ungarischen Volksballade über die Bäuerin Ilonka, die sich in den König verliebte, ohne ihn zu erkennen. Unweit davon, am Habsburgertor, breitet ein 10,5 Meter hoher bronzener Turul seine 12,5 Meter Flügelspannweite über dem Burghof aus — der mythische Vogel der ungarischen Ursprungslegende, der die Stämme vor über tausend Jahren ins Karpatenbecken geführt haben soll.
Beide Werke stammen aus der Zeit um 1900, aus einer großen Erweiterung des Palastes unter habsburgischer Herrschaft, die Buda Castle einen Großteil seiner heutigen markanten Silhouette gab, samt Kuppeldach.
Wusstest du schon?
Die Standseilbahn, die den Hang von der Kettenbrücke aus erklimmt, die Budavári Sikló, eröffnete 1870 — erst die zweite Standseilbahn Europas — nachdem Graf Ödön Széchenyi, Sohn des Reformers István Széchenyi, sich für die Idee eingesetzt hatte, damit Beamte und Theaterbesucher nicht zu Fuß hinaufsteigen mussten. Kriegsbomben zerstörten sie 1944, und sie stand jahrzehntelang still, bevor sie 1986 auf der ursprünglichen Trasse wiedereröffnet wurde.
1987 wurde das gesamte Burgviertel — Standseilbahn inklusive — zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, einer der Gründe, warum die Restaurierung im Rahmen des Hauszmann-Programms so akribisch verläuft: Anhand von Archivfotos werden Details rekonstruiert, die erst im Krieg und dann durch jahrzehntelange vereinfachte Reparaturen der kommunistischen Ära verloren gingen.
Gut zu wissen
Die Palastanlage und die Höfe sind rund um die Uhr geöffnet und frei zugänglich, doch die beiden Museen im Inneren — die Ungarische Nationalgalerie, die seit ihrem Umzug hierher 1975 die größte Sammlung ungarischer Kunst des Landes beherbergt, und das Budapester Historische Museum — verlangen beide einen eigenen Eintritt, und die Nationalgalerie ist montags geschlossen.
Die meisten Besucher fahren mit der Standseilbahn Budavári Sikló vom Clark-Ádám-Platz bei der Kettenbrücke hinauf (gegen eine kleine Gebühr), auch wenn ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen des Burgviertels kostenlos und womöglich reizvoller ist. Buda Castle liegt in Gehweite zur Fischerbastei und zur Matthiaskirche, weshalb die meisten Besucher alle drei zu einem einzigen Ausflug auf den Burgberg verbinden — die Terrassen zum Fluss hin lohnen sich besonders im späten Nachmittagslicht.