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Ungarisches Nationalmuseum

  • Museum
  • 4.5
  • Preis: 3 200 Ft - 4 000 Ft
  • Öffnungszeiten: 10:00 - 18:00 Uhr Di-So, Mo geschlossen
Wegbeschreibung
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Geschichte

Das Museum begann mit einer privaten Schenkung: 1802 überzeugte Graf Ferenc Széchényi Kaiser Franz, seine persönliche Bibliothek und Kunstsammlung, die er ein Leben lang auf dem Familiensitz in Nagycenk zusammengetragen hatte, als Gründungskern eines Nationalmuseums anzunehmen. Die Institution verbrachte ihre ersten Jahrzehnte ohne ein eigenes Zuhause, ihre wachsenden Sammlungen über gemietete Räume verstreut, bis Architekt Mihály Pollack einen eigens dafür errichteten klassizistischen Palast an der Múzeum körút entwarf, erbaut zwischen 1837 und 1847 — ein Tempelbau mit zehn kolossalen korinthischen Säulen und einer breiten Freitreppe, die zum Portikus hinaufführt.

Diese Stufen waren kaum trocken, da wurden sie schon zur Bühne der Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude eigene Schäden: Ein alliierter Luftangriff am 13. September 1944 setzte die Dachkonstruktion in Brand, und während der winterlichen Belagerung Budapests kamen weitere Schäden hinzu. Der Großteil der Sammlung überstand dies, weil das Personal die wertvollsten Stücke zuvor in den Keller und in Schutzräume gebracht hatte; der schlimmste Nachkriegsverlust entstand ironischerweise erst später, durch ein Feuer, das von unachtsamen sowjetischen Soldaten in einem Lager unter der Haupttreppe verursacht wurde.

Die Wiege einer Revolution

Am 15. März 1848 versammelte sich eine Menschenmenge auf den Stufen des Museums, um die Forderungen zu hören, die die ungarische Revolution gegen die Habsburgerherrschaft entfachen sollten. Der Dichter Sándor Petőfi soll dort an jenem Morgen sein "Nationallied" vorgetragen haben, dessen Refrain — "wir schwören, wir schwören, dass wir nicht länger Sklaven sein werden" — zum Schlachtruf des Aufstands wurde, zusammen mit den Zwölf Punkten, die Pressefreiheit, ein Ende der Zensur und Selbstverwaltung für Ungarn forderten. Historiker weisen darauf hin, dass sich die Ereignisse jenes Tages tatsächlich über mehrere Orte erstreckten, darunter das Café Pilvax, wo sich die revolutionäre Jugend zuerst versammelte — die Stufen des Museums sind daher eher als der Ort zu verstehen, an dem dieser Moment erinnert wird, denn als der einzige verbürgte Schauplatz. Doch genau dort hat sich Ungarn entschieden, sich zu erinnern.

Jedes Jahr am 15. März, einem Nationalfeiertag, füllen sich die Stufen erneut mit kostümierten Darstellern, Fahnen und Kokarden in den Nationalfarben, die die ursprüngliche Szene nachstellen. Das Museum greift diese Verbindung bewusst auf: Sein Vorgarten und Vorplatz dienen das ganze Jahr über als öffentlicher Versammlungsort — einer der wenigen Museumseingänge Budapests, der ebenso sehr als städtischer Platz wie als Türschwelle funktioniert.

Wusstest du schon?

Zu den Schätzen des Museums gehört der ungarische Krönungsmantel, ursprünglich eine glockenförmige Kasel, die König Stephan I. und Königin Gisela 1031 einer Kirche in Székesfehérvár schenkten. Aus byzantinischer Seide gewebt und fast vollständig mit Goldfadenstickerei bedeckt, zeigt er das Königspaar beiderseits eines Kreuzes, dazu ein Porträt, das vermutlich ihren Sohn, Prinz Emmerich, darstellt. Später zu einem offenen Mantel umgearbeitet, diente er 885 Jahre lang bei ungarischen Krönungen, bis zur letzten, der Karls IV. im Jahr 1916.

Die Sammlung umfasst auch römerzeitliche Mosaike und Alltagsgegenstände, die innerhalb der heutigen ungarischen Grenzen ausgegraben wurden — das Erbe Pannoniens, der römischen Provinz, die einst die westliche Hälfte des Landes umfasste, mit eigenen Statthaltern, Garnisonsstädten und Villen entlang der Donaugrenze.

Gut zu wissen

Das Museum hält reguläre Öffnungszeiten ein: dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, montags geschlossen, mit Standardtickets für etwa 3.200 bis 4.000 Forint, je nachdem, welche Sonderausstellungen gerade neben der Dauerausstellung laufen.

Es liegt an der Múzeum körút, nur wenige Gehminuten von der Metrostation Kálvin tér entfernt, in einem Museumsviertel, zu dem auch das benachbarte Ungarische Naturhistorische Museum gehört — leicht zu einem gemeinsamen kulturellen Nachmittag zu verbinden. Der begrünte Vorgarten des Gebäudes, gesäumt von Statuen ungarischer Geschichtsfiguren, ist öffentlich zugänglich und auch ohne Museumsticket kostenlos zu betreten.