Gellértberg & Zitadelle
- Burg & Festung
- Aussichtspunkt & Turm
- Preis: 0 Ft - 2 000 Ft
- Öffnungszeiten: Berg und Park 24 Std. geöffnet; Zitadelle 09:00 - 21:00 Uhr
Geschichte
Der Gellértberg trägt den Namen des aus Venedig stammenden Bischofs Gerhard, der Anfang des 11. Jahrhunderts nach Ungarn kam, um bei der Bekehrung der Bevölkerung zum Christentum zu helfen. Als König Stephan I. 1046 starb und eine heidnische Gegenbewegung durchs Land fegte, wurde Gerhard der Überlieferung nach an diesem Hang gefangen genommen, in ein Fass gesperrt und den Abhang hinab in den Tod in der Donau gerollt — ein düsterer Ursprung für einen Berg, den man heute nur wegen der Aussicht besucht.
Die Festung, die heute den Gipfel krönt, entstand acht Jahrhunderte später, aus einem ganz anderen Grund. Nachdem habsburgische Truppen die ungarische Revolution von 1848-49 niedergeschlagen hatten, errichteten sie die Zitadelle auf dem Gellértberg nicht zur Verteidigung Budapests, sondern zur Einschüchterung — ihre Kanonen zielten als dauerhafte Warnung auf die Stadt hinab. Sie feuerte nie im Ernstfall, und nachdem Ungarn 1867 durch den Ausgleich mehr Eigenständigkeit gewann, verlor die Festung ihre militärische Bedeutung fast vollständig.
Die Freiheitsstatue
Die 14 Meter hohe Bronzefrau mit erhobenem Palmzweig über der Zitadelle steht seit 1947, ein Werk des Bildhauers Zsigmond Kisfaludi Strobl. Sie wurde als Befreiungsdenkmal enthüllt, das an die sowjetischen Soldaten erinnert, die 1945 bei der Rückeroberung Budapests von den Nationalsozialisten fielen, und teilte sich jahrzehntelang den Sockel mit der Statue eines sowjetischen Soldaten, unter einer Inschrift zu Ehren der Roten Armee.
Nach dem Ende des Kommunismus 1989 wurden die Soldatenstatue und ihre Inschrift 1992 entfernt und in den Memento Park gebracht, das Freilichtmuseum kommunistischer Denkmäler am Stadtrand. Die Frau selbst blieb an ihrem Platz — sie wurde lediglich neu gewidmet und ehrt heute alle, die ihr Leben für Ungarns Unabhängigkeit und Freiheit gaben, nicht mehr eine einzelne Armee.
Wusstest du schon?
Der Gellértberg ist nicht nur ein Aussichtspunkt: Er ist ein 235 Meter hoher Dolomitfelsen, durchzogen von Höhlen und thermalen Spalten — dieselbe Geologie, die die heißen Quellen an seinem Fuß speist, wo die Bäder Gellért und Rudas seit Jahrhunderten Besucher anziehen. Eine dieser Höhlen, auf halber Höhe des Hangs, wurde als kleine Kapelle geweiht, bekannt als Felsenkirche, direkt in den Stein gehauen.
Die wechselvolle Geschichte des Berges endete nicht mit den Habsburgern. Sowjetische Truppen eroberten ihn im Februar 1945 während der Belagerung Budapests und nutzten die Zitadelle über ein Jahrzehnt lang als Garnison; während des Aufstands von 1956 beschossen dort stationierte Panzer Stellungen in der Stadt unten. Reihen sowjetischer Artillerie stehen bis heute entlang der Festungsmauern ausgestellt — ein Hinweis darauf, wie viele verschiedene Mächte diese Anhöhe genutzt haben, um auf die Stadt herabzublicken.
Gut zu wissen
Der Berg und sein Park sind kostenlos und rund um die Uhr zugänglich, erreichbar über ausgeschilderte Wege und Treppen vom Donauufer nahe der Elisabethbrücke — ein echter Aufstieg, also feste Schuhe einpacken. Die Zitadelle hat eigene Öffnungszeiten, und ihr Inneres war in den letzten Jahren immer wieder für längere Zeit wegen Restaurierung gesperrt, doch die Außenmauern und die Terrasse — der eigentliche Grund für den Aufstieg — bleiben zugänglich.
Der Sonnenuntergang ist die klassische Zeit für einen Besuch hier oben, wenn Donau, beide Burgberge und die Parlamentskuppel das letzte Licht einfangen, doch auch nach Einbruch der Dunkelheit, wenn Brücken und Ufer beleuchtet sind, behält die Aussicht ihren Reiz. Kombiniere den Aufstieg mit einem Bad im Gellért- oder Rudasbad am Fuß des Berges für einen ausgefüllten Nachmittag.