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Fischerbastei

  • Aussichtspunkt & Turm
  • Historische Stätte
  • 4.7
  • Preis: 0 Ft - 1 000 Ft
  • Öffnungszeiten: Untere Terrassen 24 Std. geöffnet; obere Türme 09:00 - 19:00 Uhr (Apr.-Okt., witterungsabhängig)
Wegbeschreibung
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Geschichte

Trotz ihrer festungsähnlichen Silhouette hat die Fischerbastei nie etwas verteidigt. Architekt Frigyes Schulek — frisch von der Restaurierung der benachbarten Matthiaskirche — entwarf sie zwischen 1895 und 1902 rein als dekorative Aussichtsterrasse, Teil der ungarischen Millenniumsfeiern zum tausendsten Jahrestag der Landnahme der Magyarenstämme im Karpatenbecken im Jahr 895. Er errichtete sie über einem Abschnitt der alten Burgmauer, die in wirklich gefährlichen Zeiten von der Fischerzunft verteidigt wurde, die im Flussviertel darunter lebte — daher der Name.

Die Bastei erlitt während der Belagerungen des Zweiten Weltkriegs schwere Schäden, als Kämpfe zwischen deutschen und sowjetischen Truppen das Burgviertel verwüsteten. Die Wiederherstellung der weißen Kalksteinterrassen, Arkaden und Treppen nach Schuleks ursprünglichem Entwurf dauerte Jahre und war erst 1953 abgeschlossen.

Die sieben Türme

Sieben kegelförmige Türme erheben sich entlang des Arkadengangs der Bastei, einer für jeden der Magyarenhäuptlinge, denen die Überlieferung die Führung der Stämme ins Karpatenbecken zuschreibt. Schulek verband runde romanische Bögen mit spitzen neugotischen Details im weißen Stein und verlieh dem gesamten Bauwerk das märchenhafte Aussehen einer romantischen Vision des 19. Jahrhunderts statt einer echten mittelalterlichen Festung.

Vor der Bastei steht die 1906 enthüllte bronzene Reiterstatue König Stephans I., des ersten christlichen Königs Ungarns. Bildhauer Alajos Stróbl richtete den König auf einem mit Szenen aus seinem Leben verzierten Sockel zur Donau aus — ein passender Nachbar für ein Denkmal, das tausend Jahre ungarischer Staatlichkeit feiert.

Wusstest du schon?

Als die Bastei in den 1890er-Jahren errichtet wurde, stießen Arbeiter beim Graben im Hang auf mittelalterliche Grabsteine und die Überreste einer verschütteten Kapelle — ein Hinweis darauf, wie viel Geschichte unter diesem Abschnitt des Burgbergs bereits lagerte, bevor Schulek überhaupt mit dem Bau begann.

Die Fischerbastei ist Teil des Budaer Burgviertels, das 1987 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde, und ihr Blick über die Donau, die Margareteninsel und das Parlamentsgebäude gilt oft als der schönste der Stadt — genau deshalb füllen sich die Terrassen bei Sonnenauf- und -untergang. Wer früh kommt, hat die Aussicht meist für sich allein.

Gut zu wissen

Die unteren Terrassen sind kostenlos und rund um die Uhr geöffnet; nur für die nächstgelegenen oberen Aussichtspunkte wird, etwa von April bis Oktober und witterungsabhängig, ein kleines Eintrittsgeld fällig. Vor der Öffnung, nach Schließung oder außerhalb dieser Saison lassen sich die Türme kostenlos aus der Nähe betrachten.

Die Bastei liegt direkt neben der Matthiaskirche, sodass sich beide leicht zu einem Besuch des Burgviertels verbinden lassen, und auf der Terrasse gibt es zudem ein Restaurant für alle, die die Aussicht in Ruhe genießen statt nur vorbeizuschauen möchten. Komm früh am Morgen, um den Reisegruppen zuvorzukommen und das beste Licht auf dem weißen Stein zu erleben.